Zertifizierungskonzept und Erhebungsbogen des DVPZ e.V.
Ziel des DVPZ ist die Etablierung ortsübergreifender Prostatazentren, in denen stationäre und ambulante Leistungserbringer nach abgestimmten Verfahren und Standards gleichberechtigt und eng zusammenarbeiten. Um dies sicherzustellen, setzt das DVPZ-Zertifikat gewisse Abläufe und Strukturen voraus, die im Erhebungsbogen zusammengefasst sind.
Desweiteren fordert das Zertifikat obligat für alle Kernleistungserbringer (Urologen, Strahlentherapeuten, ggf. Onkologen, Pathologen) in definierten Workshops notwendige ortsübergreifende Schnittstellen gemeinsam zu identifizieren und deren Abläufe in einem Zentrumshandbuch abzubilden. In diese Workshops eingebettet ist eine Schulung zu den Prinzipien von Qualitätsmanagementsystemen (z.B. ISO 9000, KTG, QWEB) adaptiert an die jeweiligen Vorkenntnisse der Teilnehmer. Die Workshops stellen sozusagen den Initiierungsprozess eines Zentrums dar, in dem alle Kooperationspartner auf den gleichen Stand gebracht werden und zum weiteren Ausbau des Zentrums beitragen können.
Der Erhebungsbogen in seiner vorliegenden Version 3.2.1 vom 11.01.2011 dient als Leitfaden zur Selbstevaluation eines Zentrums und muss durch entsprechende beizufügende Unterlagen in Vorbereitung auf die extern validierte Zertifizierung (Audit) ergänzt werden.
Die wichtigsten Säulen eines DVPZ-Prostatazentrums sind:
- Ein Kooperationsvertrag der die einzelnen Leistungserbringer und deren Aufgaben festlegt. Ein solcher Kooperationsvertrag kann je nach Zentrum unterschiedliche Aspekte beinhalten, auf bestehende Verträge (z.B. IV-Verträge, OP-Nutzungsvereinbarungen etc.) zurückgreifen. Eine allgemeine Formulierung kann daher nicht vorgegeben werden. Zwei Beispiele für solche Verträge finden Sie im Anhang des Erhebungsbogens. Der Kooperationsvertrag wird durch ein Organigramm ergänzt, welches die schnelle visuelle Zuordnung der einzelnen Leistungen und Partner, sowie deren Erreichbarkeit ermöglicht.
- Die Definition von verbindlichen leitlinienorientierten Diagnose und Behandlungsstandards. Diese werden in der Regel als Verfahrens- und Arbeitsanweisungen respektive Checklisten im gemeinsamen Zentrumshandbuch abgelegt, besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang diejenigen, welche die ortsübergreifenden Schnittstellen definieren. Viele der prostataspezifischen urologischen Einzelprozesse sind in praxis- oder klinikinternen Handbüchern bereits vorhanden und können für das Zentrumshandbuch übernommen werden.
- Die ortsübergreifende Dokumentation von Behandlungsabläufen und Ergebnisqualität unter Einbeziehung der Betroffenen. Diese Vorgabe wird in toto durch vom DVPZ e.V. autorisierte webbasierte Software abgedeckt. Nach Bereitstellung derselben sind somit zahlreiche Punkte im Erhebungsbogen automatisch erfüllt.
- Die Etablierung einer ortsübergreifenden, vorzugsweise webbasierten Plattform für Indikations- und Morbiditätskonferenzen, Patienteninformationen, Darstellung zentrumsinterner Prozesse (Informationsfluss, QM-Handbuch, Schulungen, Seminare etc.).
- Die Installation eines extern validierten Qualitätsmanagementsystems für das Zentrum. Diese Anforderung ist erfahrungsgemäß mit dem größten Aufwand verbunden. Notwendige Beratungsleistungen können bei Bedarf von DVPZ-autorisierten Anbietern angefordert werden. Da Krankenhäuser zur Vorhaltung solcher Systeme in Zukunft verpflichtet sind, liegt ein solches System (z.B. ISO 9000, KTQ) unabhängig von einer DVPZ-Zertifizierung oft bereits vor und wird zu 100% anerkannt. Ebenso akzeptiert der DVPZ Beratungsleistungen durch eigene Qualitätsmanagementbeauftragte für diese Systeme. Lediglich die DVPZ-Workshops sind hier ausgenommen. Für niedergelassene Kooperationspartner ist der Abgleich der ebenfalls gesetzlich vorgeschriebenen praxisinternen QM-Systeme (z.B. ISO 9000, QWEB) bzw. Handbücher mit dem Zentrumshandbuch erforderlich. Eine externe Validierung ist vom Gesetzgeber bisher nicht gefordert und daher auch für das DVPZ-Zertifikat nicht zwingend erforderlich, wenngleich dies vom DVPZ ausdrücklich empfohlen wird.
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